Tanz Körper Erweiterung

"stretching the physicality of dance"

Konferenz – 23./24. August 2017 – Uferstudios Berlin

 

Veranstaltet von tanzfähig  und Dachverband Tanz Deutschland in Zusammenarbeit mit dem Hochschulübergreifenden Zentrum Tanz Berlin

Sigal Bergman

:: VORSTELLUNG DES INTERDISZIPLINÄREN PROJEKTES STÖRUNG/HAFRA’AH ::

Vortrag von Sigal Bergman

„Störung / Hafra’ah הפרעה“ war eine zweijährige interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen der Choreographin Yasmeen Godder und dem Theater Freiburg. Es brachte professionelle Tänzer, Choreographen, Wissenschaftler und Menschen mit Parkinson-Syndrom zusammen, um Bewegung und Bewegungsstörungen zu erforschen.

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Sigal Bergman, geb. 1966, wuchs in Israel auf. Sie absolvierte einen BA in Psychologie an der Hebräischen Universität und studierte Tanz an der Rubin Akademie für Musik und Tanz in Jerusalem (Israel) sowie am EEDDC in Arnheim (Holland). Sie ist ausgebildete Lehrerin der Alexander-Technik mit besonderer Spezialisierung auf Atem. In den vergangenen 20 Jahren hat sie sich mit dem Zusammenhang von Bewegung und Denken befasst, wobei sie Erfahrungen aus Alexander-Technik, Yoga, Tai-Chi, Entspannungstechniken und Improvisation einbezog. Von 1995-2009 lebte Sigal in New York City. Sie schuf dabei eigene Werke und arbeitete mit anderen Tänzer_innen zusammen. Sie war an der Fakultät für Bewegungsforschung tätig und lehrte an der Juilliard School für darstellende Künste. Von 2014-15 nahm Sigal an dem Projekt

„Störung / Hafra’ah“ teil. In einer Zusammenarbeit zwischen der Choreographin Yasmeen Godder und dem Theater Freiburg brachte es Wissenschaftler, Tänzer und Menschen mit Parkinson-Krankheit zusammen, um Bewegungs- und Bewegungsstörungen zu erforschen. Sigal entwickelt eigene Tanz- und Videostücke. Ihre jüngste Arbeit „Pale Fire“ (2016), ist ein Duett über Alter und Gedächtnis, das am Kelim Dance Center in Israel uraufgeführt worden ist und derzeit tourt. Außerdem lehrt sie an der Fakultät der Hakvutza-Tanzschule und sie gibt Workshops an den meisten großen israelischen Tanzzentren ebenso wie für Menschen mit Parkinson-Erkrankungen.

www.hafraah.wordpress.com

Brenda Dixon Gottschild

:: AND STILL I RISE _ OTHERING AND BEYOND ::

Vortrag von Brenda Dixon Gottschild

Während sich Brenda Dixon-Gottschild mit Konzepten wie der Konstruktion von Anderen, der Differenzierung, der Gleichheit und des Trauma befasst, untersucht sie aus einer übergreifender Perspektive die Bedingungen, die es braucht, um diese schwierigen Gewässer erfolgreich befahren zu können. Sie veranschaulicht Wege, die vor allem Künstlerinnen und Künstler eingeschlagen haben, um dem Fluch der Diskriminierung zu trotzen.

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Brenda Dixon Gottschild ist Autorin mehrer, teils preisgekrönter Werke: Digging the Africanist Presence in American Performance: Dance and Other Contexts (1996, 1998); Waltzing in the Dark: African American Vaudeville and Race Politics in the Swing Era (2000, 2002: Gewinner des „2001 Congress on Research in Dance Award for Outstanding Scholarly Dance Publication“), The Black Dancing Body – A Geography from Coon to Cool (2004, 2005: Gewinner des „2004 de la Torre Bueno Prize for Scholarly Excellence in Dance Publication) und Joan Myers Brown and The Audacious Hope of the Black Ballerina-A Biohistory of American Performance (2012).

In den letzten Jahren erhielt sie verschiedene Auszeichnungen, nämlich vom Kongress für Tanzforschung einen Preis für herausragende Leistungen in der Tanzforschung (2008), von der „International Association for Blacks in Dance“ für herausragende Lehre (2013) und ein Forschungsstipendium der “ Pew Foundation for Arts and Heritage“ (2017).

Sie ist freie Schriftstellerin, Referentin, Performerin, Moderatorin und ehemalige Mitarbeiterin und Autorin für Dance Magazine sowie emeritierte Professorin für Tanzwissenschaften an der Temple University.

Dodzi Dougban

:: TANZ, KÖRPER UND IDENTITÄT ::

Teilnehmer der Podiumsdiskussion

Unterschiedliche Zugänge und Erfahrungen zum Gesprächsthema machen diese Runde sehr interessant. Susanne Quinten moderiert ein Gespräch mit Dodzi Dougban, Tanja Erhart und Anna Mülter.

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Dodzi Dougban, geb. 1979, ist künstlerischer Leiter im Kreativzentrum für Rhythmus und Bewegung in Vest. Er ist außerdem Dozent für nonverbale Kommunikation und lehrt Gebärdensprache. Er ist von klein auf taub. Seine Familie stammt aus Togo und hat stets auf vielen Festivals und Konzerten die Kultur ihres Herkunftslandes vermittelt. Bei ihren Darbietungen afrikanischer Folklore war Dodzi von Kindheit an fester Bestandteil der Auftritte. Seinen eigenen Schwerpunkt im Tanz fand er bei Hip Hop, Modern Afro und Zeitgenössischem Tanz und unterrichtete diese Richtungen in Kursen und an Schulen. Mit hörenden Tanzgruppen war er fünf Mal Deutscher und drei Mal Europameister. Als Tänzer, Choreograph, Model und Schauspieler war er an verschiedenen Videoproduktionen, Fernsehsendungen und Tanztheaterstücken beteiligt. Zuletzt stand er in dem Stück „Es geht um Sie“ in der Choreografie von Patricia Noworol auf der Bühne des Kulturzentrums Herne und des Schaupielhauses Bochum und wirkte er als Performer und Coach an dem EU-Projekt „Un-Label“ mit.

Tanja Erhart

:: TANZ, KÖRPER UND IDENTITÄT ::

Teilnehmerin an der Podiumsdiskussion CANDOCO – MOVING BEYOND INCLUSION

Vortragende gemeinsam mit Joanne Lyons

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Mag.a Tanja Erhart, geboren und aufgewachsen in Österreich, studierte Kultur- und Sozialanthropologie an der Universität Wien und schloss ihr Diplomstudium 2012 in den Schwerpunkten Tanz, Performance und Disability Studies ab. Zeitgleich trainierte sie als zeitgenössische Tänzerin mit Adam Benjamin, Sonja Browne, Vera Rebl, Michael Turinsky, Impulstanz (Wien), Candoco (GB) und AXIS Dance Company (USA).

2014 bekam Tanja professionelle Tänzerin der Candoco Dance Company. Für drei Jahre tourte und unterrichtete sie inklusiven Tanz in Ländern wie GB, Frankreich, Schweiz, Südkorea, Mexico, Afrika und viele mehr.

Ihren Erkundigungen eines ganzheitlichen Wohlseins und einem selbstständigem Künstler_innen- und Weltenbürger_innen-Dasein folgend, lebt und arbeitet Tanja zur Zeit von London aus.

Doris Geist

:: TANZ UND GEBÄRDENSPRACHE ::

Kurzvortrag von Doris Geist & Corinna Mindt

In der Kombination Gebärdensprache und Tanz geht es darum, Form, Bedeutung, Rhythmus und Abstraktion zu untersuchen, die Erkenntnisse als Ausgangspunkt der Bewegung zu nehmen und in die Kunstsprache Tanz mit einfließen zu lassen.

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Doris Geist (Gebärdensprachdozentin) kam 1999 erstmals bei Anne-Katrin Ortmann im tanzwerk bremen mit Neuem Tanz / Improvisation in Berührung. Kontinuierlich bildete sie sich ebendort sowie bei bewegungs-art Freiburg in zeitgenössischem Tanz, Contact Improvisation und Choreografie weiter und erweiterte ihr Bewegungsrepertoire. 2001 gründete sie mit anderen das Tanztheater TATH. Als Tänzerin wirkte sie in den tanzbar_bremen-Produktionen Mit dem Rollstuhl auf den Mond (2004), Criminal Tango (2005), HIER (2009), HÜBEN (2009) und Helden (2011), Hexen GmBH (2015) und SommerNacht (2016) mit. Selbst gehörlos, inspirierte ihre Idee, sich mit der taubblinden amerikanischen Autorin Helen Keller auseinanderzusetzen, das 2007 von Günther Grollitsch choreografierte Tanztheaterstück RAUSCHEN, in dem sie mittanzte. Doris Geist unterrichtet Tanztheater, Neuen Tanz, Improvisation und Gebärdensprache, choreografiert eigene Stücke und tanzt in Bremen.Seit 2009 leitet sie gemeinsam mit Corinna Mindt die Workshops Zeitgenössischer Tanz trifft Gebärdensprache im In- und Ausland. Im Juni 2010 bekam sie für ihr Stück Verlorene Zeit mit dem Visuellen Theater Hamburg den Preis für die beste künstlerische Gestaltung. Für Hexen GmbH arbeitete sie erneut mit tanzbar_bremen zusammen und ist nun Mitarbeiterin des Modellprojektes KompeTanz.

Astrid Kaminski

:: WO BLEIBT DAS VIRTUOSE IM ERWEITERTEN TANZKÖRPER? ::

Astrid Kaminski moderiert die Arbeitsgruppe

Un-Label wird von Lisette Reuter vorgestellt und wird Ausgangspunkt des Austausches in dieser Arbeitsgruppe. Un-Label ist ein interdisziplinäres als auch inklusives Projekt bei dem der Schwerpunkt nicht auf Behinderung, sondern auf Vielfalt liegt.

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Astrid Kaminski arbeitet als Journalistin und Autorin für Tageszeitungen, Magazine, Künstlerbücher und literarische Publikationen zu Tanz, Performance, Poesie und Sozialpolitik. Ihre Texte erscheinen u.a. in der taz, der F.A.Z., auf Qantara.de/DW, Frieze und Spike Art. Sie ist Mitbegründerin von Viereinhalb Sätze – Texte über Tanz, 2016 war sie Berliner Tanzschreiberin. Ebenfalls 2016 hat sie das Symposium Who Cares? zu Körperpolitiken und zeitgenössischen Formen der Fürsorge für das inklusive Festival Grenzenlos Kultur am Staatstheater Mainz entwickelt. 2014/15 unternahm sie als Kulturreferentin der Niederländischen Botschaft in Berlin einen Ausflug in auswärtige Kulturarbeit.

Karin Kirchhoff

:: WHAT IS THE ARTISTIC BENEFIT OF PHYSICAL DIVERSITY? ::

Karin Kirchhoff moderiert die Arbeitsgruppe

„Störung / Hafra’ah הפרעה“ – die zweijährige interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen der Choreographin Yasmeen Godder und dem Theater Freiburg, welche professionelle Tänzer, Choreographen, Wissenschaftler und Menschen mit Parkinson-Syndrom zusammen brachte, um Bewegung und Bewegungsstörungen zu erforschen, wird von Sigal Bergman  vorgestellt und Ausgangspunkt dieser Arbeitsgruppe.

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Karin Kirchhoff begann während ihres Studiums (Germanistik, Kunstgeschichte, Allgemeine Sprachwissenschaft) in Münster/Westf. für freie Theaterprojekte zu arbeiten. 1996 wechselte sie nach Berlin und war als freie Produktionsleitung und Dramaturgin für zahlreiche Institutionen und KünstlerInnen tätig. u.a. Berliner Festspiele, Sophiensaele, Tanzfabrik Berlin, Sasha Waltz & Guests, Jo Fabian, Tanzcompany Rubato und Anna Huber. Von 2005 bis 2008 arbeitete sie für das Tanzbüro Berlin an der Infrastrukturverbesserung für Tanz in Berlin.

Seit der Saison 2008/9 kuratiert sie das jährliche Festival Tanz! Heilbronn. Das Festival präsentiert eine Bandbreite von großen internationalen Kompanien bis zu Arbeiten von NachwuchschoreografInnen. Sie lebt weiterhin in Berlin und unterrichtet dort und anderswo Projektfinanzierung und –management.

Joanne Lyons

:: CANDOCO – MOVING BEYOND INCLUSION ::

Vortragende gemeinsam mit Tanja Erhart

Zusammen mit Tanja Erhart stellt Joanne Lyons die Candoco Dance Company im allgemeinen vor. Sie beschreibt die Werte und die Vision der Kompanie und führt aus, was die Kompanie heute ausmacht, wo sie nun seit 26 Jahren besteht. Joanne Lyons und Tanja Erhart sprechen weiterhin darüber, wie Candoco die Idee von Moving Beyond Inclusion entwickelt hat und was das Projekt im europäischen Kontext erreichen will.

 

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Joanne Lyons ist in Berlin geborene britische Staatsangehörige und lebt in London. Sie ist General Manager der Candoco Dance Company, für die sie insgesamt seit 2008 tätig ist, und ist damit für deren Leitung verantwortlich. Sie ist auch die Verantwortliche des von der EU geförderten Projektes Moving Beyond Inclusion. Sie ist Mitglied des Beirats von SLiDE (South London Inclusive Dance Experience). Von 2009 bis 2010 studierte sie an der Royal Holloway University in Egham und erlangte das Postgraduate Certificate: Physical Theatre for dancers and actors. Von 2005 bis 2007 studierte sie bei LABAN in London und erhielt das Postgraduate Certificate: Dance in Community. Von 1999 bis 2003 studierte sie an der Cambridge University in Cambridge und machte einen Bachelor in modernen und mittelalterlichen Sprachen (Niederländisch und Deutsch).

www.candoco.co.uk

www.movingbeyondinclusion.eu

Nicola Mascia

:: DIVERSITY EXISTS ::

Nicola Mascia und Matan Zamir im Gespräch mit Ursula Schorn

Als die Tanzpädagogin, Tanz- und Gestalttherapeutin Ursula Schorn und das Berliner Choreographen-Duo Matan Zamir und Nicola Mascia (matanicola) sich bei den choreographischen Forschungstagen für und mit tanzfähig im September 2016 zum ersten Mal trafen, entdeckten sie ihr gemeinsames Interesse daran, Fragen zur Vielfalt im Tanz zu stellen, die noch keine Antwort haben.

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Nicola Mascia ist 1975 in Turin, Italien geboren und begann im Alter von fünf Jahren mit dem Tanz. Er lernte zuerst Ballett und setzte seine Ausbildung in Turin, Rom und Los Angeles mit Jazz Dance und zeitgenössischem Tanz fort. 1996 siedelte er nach Berlin über, um mit Sasha Waltz & Guests zu arbeiten. Dort war er seitdem an der Gestaltung und Aufführung und bei internationalen Tourneen von unzähligen Produktionen, Filmen und Improvisationsprojekten beteiligt; vor kurzem begann er bei der Kompanie auch als Probenleiter und Trainer. Außerdem arbeitete er u.a. mit Emio Greco / PC, Benoit Lachambre, Constanza Macras, Jeremy Wade, Meg Stuart, Peaches, Hanayo, Gianna Nannini, Julian Rosefeldt und Mike Bouchet.

2004 gewann Nicola Mascia den Preis für die beste Onscreen-Performance auf dem Toronto Moving Pictures Festival of Dance. 2005 gründete er mit dem israelischen Choreografen und Performer Matan Zamir das Künstlerduo matanicola; es wurde 2007 mit dem Kurt-Jooss-Preis für Choreographie ausgezeichnet. Ihr bisheriges Werk umfasst sieben Produktionen und kommt international zur Aufführung.

www.matanicola.com

Corinna Mindt

:: TANZ UND GEBÄRDENSPRACHE ::

Kurzvortrag von Corinna Mindt & Doris Geist

In der Kombination Gebärdensprache und Tanz geht es darum, Form, Bedeutung, Rhythmus und Abstraktion zu untersuchen, die Erkenntnisse als Ausgangspunkt der Bewegung zu nehmen und in die Kunstsprache Tanz mit einfließen zu lassen.

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Corinna Mindt (Tanzpädagogin und Tänzerin). Seit 2003 kollaboriert sie kontinuierlich mit steptext dance project. Neben Engagements als Tänzerin brachte sie dort eigene Choreografien zur Aufführung und schuf 2005 mit tanzbar_bremen eine langfristige Plattform für inklusive Tanz-Weiterbildung und Tanztheaterproduktionen. 2009 kokuratierte sie das Internationale Festival für inklusiven zeitgenössischen Tanz eigenARTig in Bremen und begann in Zusammenarbeit mit der gehörlosen Tänzerin Doris Geist die Workshops Zeitgenössischer Tanz trifft Gebärdensprache im In- und Ausland zu unterrichten.Als Tänzerin war sie zuletzt vor allem mit den Duetten Rosa sieht Rot, Bonnie & Clyde und in den Stücken Hexen GmbH und SommerNacht auf Bühnen und auf der Straße unterwegs. Sie entwickelte gemeinsam mit vielen kreativen Köpfen das Modellprojekt KompeTanz, für das sie seit April 2015 als Projektleitung tätig ist.

Anna Mülter

:: TANZ, KÖRPER UND IDENTITÄT ::

Teilnehmerin an der Podiumsdiskussion

Unterschiedliche Zugänge und Erfahrungen zum Gesprächsthema machen diese Runde sehr interessant. Susanne Quinten moderiert ein Gespräch mit Tanja Erhart, Dodzu Dougban und Anna Mülter.

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Anna Mülter ist eine Berliner Kuratorin, die zurzeit die Tanztage Berlin leitet und für das Tanzprogramm und die thematischen Festivals der Sophiensæle mitverantwortlich ist. Gleichzeitig ist sie Teil des Dramaturgieteams am tanzhaus nrw in Düsseldorf, wo sie unter anderem einen Schwerpunkt zu technischen Erweiterungen des Körpers entwickelt. Zuvor war sie Mitarbeiterin der künstlerischen Leitung von Theater der Welt 2014 in Mannheim und arbeitete von 2003 bis 2012 am HAU Berlin. 2016 hat sie das Festival „Europoly“ für das Goethe-Institut und die Münchner Kammerspiele und 2015 das ortsspezifische Projekt „X Apartments“ in Athen co-kuratiert. Sie hat neuere deutsche Literatur, Theaterwissenschaft und Kommunikationswissenschaft in Berlin studiert.

Susanne Quinten

:: TANZ, KÖRPER UND IDENTITÄT ::

Susanne Quinten im Gespräch mit  Tanja Erhart, Dodzi Dougban und Anna Mülter

Die Beteiligten dieser Podiumsdiskussion weisen unterschiedliche Zugänge und Erfahrungen mit dem Gesprächsthema vor. Es wird spannend, welche Wege dieses Gespräch gehen wird.

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Susanne Quinten, Dr. Sportwiss., stammt aus Deutschland und hat derzeit die Vertretungsprofessur des Lehrgebietes Musik und Bewegung bei Behinderung in der Fakultät für Rehabilitationswissenschaften an der TU Dortmund inne. Von Beruf ist sie Diplom-Sportlehrerin, Heilpraktiker Psychotherapie und Integrative Tanztherapeutin. Sie studierte an der Universität Mainz Diplom-Sportlehrer und promovierte an der Deutschen Sporthochschule Köln in Sportpsychologie. Ebenda studierte sie auch Elementaren Tanz; berufsbegleitend bildete sie sich am Fritz-Perls-Institut für Integrative Gestalttherapie/ Integrative Tanztherapie weiter.

Quinten war von 1988 bis 1991 tanzkünstlerisch mit dem Tanzensemble Maja Lex in Köln tätig. Als Tanztherapeutin arbeitete sie in Kliniken, betrieb sie eine eigene private Praxis in Saarbrücken und wirkte sie als Ausbilderin, Lehrtherapeutin und Supervisorin. Von 2010 bis 2013 hatte sie die Fachleitung Tanz/Gymnastik am sportwissenschaftlichen Institut der Universität Gießen und von 2011 bis 2013 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin in Sportpsychologie am sportwissenschaftlichen Institut der Universität Mainz. 2013 wurde sie Vertretungsprofessorin an der TU Dortmund im Lehrgebiet Musik und Bewegung bei Behinderung. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Teilhabeforschung im Kontext von Tanz und Bewegung, Mixed-abled Dance, ästhetisch-kulturelle Bildung und Tanz- und Körpertherapie.

Lisette Reuter

:: UN-LABEL – NEUE INKLUSIVE WEGE IN DEN DARSTELLENDEN KÜNSTEN ::

Vortrag von Lisette Reuter

Das internationale Kulturprojekt Un-Label mit Partnern aus Deutschland, England, Griechenland und der Türkei hat es sich zur Aufgabe gemacht, durch das Zusammenkommen verschiedener Fähigkeiten und verschiedener kultureller Einflüsse das vielseitige Potential von aufstrebenden Künstler*innen mit und ohne Behinderung aus ganz Europa herauszufordern und sichtbar zu machen.

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Lisette Reuter (Diplompädagogin), geboren in Deutschland, ist freiberufliche Kulturmanagerin, Produzentin, zertifizierte interkulturelle Trainerin und Beraterin im internationalen, interkulturellen und inklusiven Kultur- und Bildungsbereich. Sie ist die Leiterin und Begründerin des EUweiten Projektes „Un-Label – Neue inklusive Wege für die darstellenden Künste“.

Seit mehr als 12 Jahren legt Sie ihren beruflichen Fokus auf die internationale Projektarbeit im Rahmen von interdisziplinären Kulturprojekten- und Produktionen. Elementarer Bestandteil ihrer beruflichen Tätigkeit, aber auch ihres persönlichen Interesses ist dabei stets die Förderung des interkulturellen Dialogs, die Steuerung inklusiver Öffnungsprozesse sowie die Entwicklung neuer Audience Development Methoden.

www.un-label.eu

Bernhard Richarz

:: UNTERWEGS ZU EINER ÄSTHETIK DER DIFFERENZ :: 

Vortragender gemeinsam mit Evelyne Walser-Wohlfarter

Von ihren beiden Leitern wird tanzfähig als Initiative für mehr körperliche Viellfalt im zeitgenössischen Tanz vorgestellt. Mit Bezug auf die mehr als zehnjährige Erfahrung wird erstens beschrieben, wie bisher das Anliegen der Initiative praktisch umgesetzt worden ist; wird zweitens die gesellschaftliche Verortung der Initiative reflektiert, wobei das Konzept der Andersheit herangezogen wird; und werden drittens einige Konsequenzen für das tänzerische Selbstverständnis erwogen, die sich für die Leiter daraus ergeben. 

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Bernhard Richarz (58), Dr. med., ist in Freiburg i.Br. geboren. Seit seiner Kindheit lebt er mit einer Behinderung. Nach dem Studium der Medizin ist er als Arzt und Psychoanalytiker in München und Berlin tätig und beginnt, regelmäßig zu tanzen. Mit Unterricht bei Alito Alessi, Adam Benjamin, Jenny Haack, matanicola, Heini Nukari u.a. verschafft er sich seine eigene tänzerische Ausbildung. 2007 gründet er in Berlin tanzfähig und seit 2010 leitet er die Initiative für mehr körperliche Vielfalt im zeitgenössischen Tanz zusammen mit Evelyne Walser-Wohlfarter. Er organisiert Tanz, ist als Tänzer an verschiedenen Stücken beteiligt und unterrichtet zeitgenössischen Tanz und vor allem Improvisation.

www.tanzfaehig.com

Susanne Schneider

:: VORSTELLUNG DES VEREINS BEWEGGRUND ::

Kurzvortrag von Susanne Schneider

Der Verein BewegGrund fördert den inklusiven Tanz, d.h. das gemeinsame Tanzen von Men­schen mit und ohne Behinderungen. Seit seiner Gründung im Jahr 1998 führt der Verein regelmässig Kurse durch, realisiert Workshops mit Choreografinnen und Choreografen aus dem In- und Ausland, arbeitet in Schulen und veran­staltet biennal ein Festival. Die Cie BewegGrund erarbeitet professionelle Bühnenstücke, die international auf Tournee gehen.

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Susanne Schneider ist Choreografin, Tanzpädagogin & künstlerische Leiterin von BewegGrund. Aufgewachsen in der Nähe von Bern (Schweiz), schloss sie nach einem Studium in Heilpädagogik 1996 ihre Aus­bildung in Community Dance am Laban Center London ab. 1998 war sie Mitbegründerin des Vereins BewegGrund in Bern und ist seitdem dessen künstlerische Leite­rin. Neben Choreografiearbeiten für BewegGrund und andere Gruppen unter­richtet Susanne Schneider regelmässig behinderte und nicht be­hinderte Tän­zerinnen und Tänzer aller Altersgruppen sowie Profis und Laien im In- und Ausland. 2009 schloss sie einen Master­ in Contemporary Dance an der London Contempo­rary Dance School/Kent University zum Thema inklusiver Tanz ab.

www.beweggrund.org

Silke Schönfleisch-Backofen

:: WIE DIFFERENZ UNTERRICHTEN??::

Silke Schönfleisch-Backofen moderiert die Arbeitsgruppe

In dieser Arbeitsgruppe werden drei verschiedene Konzepte dargestellt und anschließend gemeinsam diskutiert. Dazu haben wir erfahrene Tanzschaffende gewinnen können. Susanne Schneider aus Bern wird von ihrer Arbeit im Verein BewegGrund berichten, Corinna Mindt und Doris Geist aus Bremen sprechen über Tanz und Gebärdensprache und Katharina Senk berichtet über Inklusion in professionellen Tanzausbildungen.

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Silke Schönfleisch-Backofen wollte ursprünglich Ärztin werden. Damals sagte man ihr, sie würde wegen ihren körperlichen Einschränkungen keine Approbation erhalten. Sie könne ja klagen, wenn sie es anders sehe.  Daraufhin ging sie in die Verteidigung und wählte das Jurastudium.

Sie wurde 1972 in Bad Soden im Taunus geboren (mit angeborenem Kleinwuchs, diastrophische Dysplasie). Nach dem Studium der Rechtswissenschaften in Frankfurt am Main und Florida war sie ab 2001 als Staatsanwältin in Frankfurt/Main tätig. Seit 01.10.2012 arbeitet sie Vollzeit als Referentin im Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz. Ehrenamtlich engagiert sie sich für die Belange von Menschen mit Behinderung.

2010 hat Silke mit dem Tanzen begonnen. Neben der Teilnahme an diversen Tanzworkshops u.a. von Tamara McCall, Adam Benjamin, Caroline Bowditch, tanzfähig, Miguel Gutierrez, Defne Erdur, Keith Hennessy, Hana Erdman, Jassem Hindi, Zinzi Buchanan – alle fokussiert auf Improvisation – hat sie 2012 eine DanceAbility Teacher Certification von Alito Alessi erlangt. Ein Jahr später hat sie bereits mit ihm beim Impuls Tanzfestivals DanceAbility unterrichtet. 2013/2014 nahm sie in dem Stück „Parkour de Danse“ von Niki Meixner, Pontebba teil. Im November 2014 „INFloreSense“, KAAOS Company, Helsinki/Finnland. 2015 Performance in Markus Öhrns Adventskalender, Volksbühne Berlin. 2016 Staatstheater Mainz Festival Grenzenlos Kultur. 2017 Bondage Duell mit Dasniya Sommer in den Sophiensäalen, Berlin.

Ursula Schorn

:: DIVERSITY EXISTS ::

Ursula Schorn im Gespräch mit Matan Zamir und Nicola Mascia 

Als die Tanzpädagogin, Tanz- und Gestalttherapeutin Ursula Schorn und das Berliner Choreographen-Duo Matan Zamir und Nicola Mascia (matanicola) sich bei den choreographischen Forschungstagen für und mit tanzfähig im September 2016 zum ersten Mal trafen, entdeckten sie ihr gemeinsames Interesse daran, Fragen zur Vielfalt im Tanz zu stellen, die noch keine Antwort haben.

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Ursula Schorn, geb. in Deutschland, ist in Berlin als Tanzädagogin und in privater Praxis als Tanz- und Gestalttherapeutin tätig. Am Mozarteum in Salzburg (Österreich) studierte sie elementare Musik- und Tanzpädagogik und am Lesley College in den USA machte sie den Master of Arts in Tanztherapie. Am Tamalpa Institute (USA) besuchte sie die Ausbildung zum „Halprin Practitioner“ und am Fritz-Perls-Institut in Deutschland graduierte sie als Tanz- und Gestalttherapeutin. Sie war an der Fachhochschule für Sozialpädagogik in Berlin langjährig als Medienpädagogin tätig. Sie arbeitete in den USA bei verschiedenen Fortbildungen mit Anna Halprin zusammen und im In- und Ausland leitete sie Fortbildungen zum Thema „Tanz- und Gestalttherapie auf der Basis von Anna Haprins Life/Art Process“. Mit G. Widmann und R. Land veröffentlichte sie 2009 und 2013 das Buch „Anna Halprin.Tanz-Prozesse-Gestalten“, das 2015 auch ins Englische übersetzt wurde.

www.touchingground.de

Katharina Senk

:: INKLUSION IN PROFESSIONELLEN TANZAUSBILDUNGEN ::

Kurzvortrag von Katharina Senk

„Tanzausbildungen, die den Anspruch haben eine lebendige zeitgenössische Tanzszene mitzugestalten, sind in ihrer Anerkennung der vollen Bandbreite dessen, was das Leben an Vielfalt zu bieten hat, gefordert: Eine Bandbreite an Körpern, Erfahrungen, Bewegungsmöglichkeiten, Interessen und Bedürfnissen.”

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Katharina Senk ist Tänzerin, Performerin, Pädagogin und lebt in Wien (AUT). Nach ihrem Studium an der MUK-Universität tanzte sie u.a. für Doris Uhlich, Elio Gervasi, Anton Lachky… Allmählich entdeckte Katharina die Leidenschaft für ihre eigene choreographische Arbeit und fand Möglichkeiten, ihr Interesse für Psychotherapie, Neurowissenschaft und Epigenetik mit ihrem Wissen aus den Bereichen Tanz und Bewegung zu verbinden. Katharinas pädagogisches Engagement führte zur Zusammenarbeit mit dem Verein „Ich bin O.K.“, wo sie viele Jahre mit „mixed abilities“-TänzerInnen arbeitete. Ihre Bachelorarbeit behandelt die Bedeutung von Inklusion in österreichischen Institutionen der zeitgenössischen Tanzausbildung und wurde von der Stadt Wien ausgezeichnet.

www.katharinasenk.com

Evelyne Walser-Wohlfarter

:: UNTERWEGS ZU EINER ÄSTHETIK DER DIFFERENZ :: 

Vortragende gemeinsam mit Bernhard Richarz

Von ihren beiden Leitern wird tanzfähig als Initiative für mehr körperliche Viellfalt im zeitgenössischen Tanz vorgestellt. Mit Bezug auf die mehr als zehnjährige Erfahrung wird erstens beschrieben, wie bisher das Anliegen der Initiative praktisch umgesetzt worden ist; wird zweitens die gesellschaftliche Verortung der Initiative reflektiert, wobei das Konzept der Andersheit herangezogen wird; und werden drittens einige Konsequenzen für das tänzerische Selbstverständnis erwogen, die sich für die Leiter daraus ergeben. 

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Evelyne Walser-Wohlfarter, M.A. hat Elementare Musik- und Tanzpädagogik mit den beiden Schwerpunkten Musik und Tanz in Sozialer Arbeit und Inklusiver Pädagogik und Tanz am Carl Orff Institut in Salzburg (A) studiert. Um diese Schwerpunkte zu verbinden und zu vertiefen besuchte sie Fortbildungen und Workshops bei Wolfgang Stange, Adam Benjamin, Jess Curtis, matanicola, Alito Alessi, Ursula Schorn u.a. Im Rahmen eines Auslandsstudiums mit Hauptfach Choreographie am Dartington College of Arts (UK) konnte sie sich vorrangig dem künstlerischen Teil des Tanzes widmen. Von 2009 – 2015 lebte sie in Berlin (D), unterrichtete freiberuflich Musik und Tanz und arbeitete an verschiedenen künstlerischen Projekten. Eines davon ist die Initiative tanzfähig, welche den zeitgenössischen Tanz um die Dimension der körperlichen Vielfalt erweitern möchte. Sie wurde an die Hochschule Osnabrück (D), die Universität Mozarteum Salzburg (Ö) , die Faculdade de Artes do Paraná, Curitiba (BR) und die Universidade Federal do Rio Grande do Sul (BR) eingeladen, um die Initiative tanzfähig in Workshops, Performances und/oder Vorträgen vorzustellen. Momentan ist sie mit dem Aufbau von tanzfähig in Österreich beschäftigt.

Vor ihrer Zeit in Berlin war sie als Lehrkraft für Rhythmisch-musikalische Erziehung an der Bildungsanstalt für Kindergartenpädagogik in Zams angestellt. An der Universität Mozarteum Salzburg (Ö) und am Vorarlberger Landeskonservatorium (Ö) unterrichtete sie in berufsbegleitenden Lehrgängen, Sommerkursen und/oder an Symposien.

„Das Gestalten mit Musik und Tanz sowie das Spiel mit dem persönlichen Ausdruck eröffnen mir immer wieder neue Blickwinkel. Es begeistert mich, diese mit Kindern und Erwachsenen zu entdecken. Das Verknüpfen von Pädagogischem und Künstlerischem ist dabei eine spannende Herausforderung.“

www.evelynewohlfarter.com

www.tanzfaehig.com

Matan Zamir

:: DIVERSITY EXISTS ::

Matan Zamir und Nicola Mascia im Gespräch mit Ursula Schorn

Als die Tanzpädagogin, Tanz- und Gestalttherapeutin Ursula Schorn und das Berliner Choreographen-Duo Matan Zamir und Nicola Mascia (matanicola) sich bei den choreographischen Forschungstagen für und mit tanzfähig im September 2016 zum ersten Mal trafen, entdeckten sie ihr gemeinsames Interesse daran, Fragen zur Vielfalt im Tanz zu stellen, die noch keine Antwort haben.

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Matan Zamir ist ein jetzt in Berlin lebender Choreograph und Performer aus Israel. Er studierte Tanz an der Kibbuz Contemporary Dance School und an der Bat Dor Dance School in Tel Aviv. 1996 trat er dem renommierten Batsheva Dance Ensemble unter der künstlerischen Leitung von Ohad Naharin bei. Er war eingeladen, als kreativer Performer, künstlerischer Mitarbeiter und Probenleiter mit der Choreographin Yasmeen Godder zu arbeiten. Im Jahr 2002 zog er nach Berlin und arbeitete seitdem mit verschiedenen Choreographen, Regisseuren und Künstlern wie Sasha Waltz, Benoit Lachambre, Michaela Casper, Kiriakos Hadjiioannou, Peaches und Hanayo u.a zusammen.

Im Jahr 2005 gründete er zusammen mit dem italienischen Choreographen und Performer Nicola Mascia das kollaborative Duo matanicola. Ihr bisheriges Werk umfasst 7 abendliche Stücke, dazu ortsspezifische Werke, Festivalkuratierungen, Installationen und Improvisationsprojekte.

Im Jahr 2014 gründete er zusammen mit Gal Naor The Progressive Wave,  ein fortlaufendes Kooperationsprojekt, das komplexe spirituelle Ideen in eine innovative und einzigartige audiovisuelle performative Sprache umsetzen will. Ihr 2016 entstandenes Debütstück „Lights & Vessels“ war der erste Teil der Performance-Trilogie „Science of Signs“. Im Jahr 2016 wurde Matan Zamir nach China eingeladen, um ein Stück für die D.Lab-Tanzkompanie in Shanghai zu schaffen, und 2017 nach Japan, um mit Hanayo Nakajima eine Videoinstallation im MOT Museum für zeitgenössische Kunst in Tokio zu entwickeln.

Neben seiner Tätigkeit als Choreograph und Performer unterrichtet Matan Zamir regelmäßig international zeitgenössischen Tanz und führt er Workshops zur Bewegungsforschung durch.

www.matanicola.com

www.theprogressivewave.com

:: FORUM ::

Silva Laukkanen :: Body Shift

Seit mehr als zehn Jahren bietet in Texas (USA) Body Shift Tanzklassen und Workshops an, bei denen Menschen mit all ihren verschiedenen Fähigkeiten in ihrer Einzigartigkeit tanzen können. Das hat eine besondere Gemeinschaft geschaffen, die daran Freude findet, zusammen zu tanzen.

Dirk Förster :: LOFFT – DAS THEATER

Anhand von zehn kurzen kontroversen Thesen wird das Theater LOFFT aus Leipzig mit seinem Ansatz und seiner Praxis, den Kooperationsprojekten und Festivals sowie den neuen Vorhaben im Bereich von Mixed Abilities und Inklusion vorgestellt.

Gabriele Gierz :: My Way Ensemble 

Das My Way Ensemble besteht aus 16 tanz- und bühnenerfahrenen Tänzerinnen und Tänzern zwischen 66 und 88 Jahren, die seit zehn Jahren an einem intensiven Tanzperformance-Training teilnehmen. Sie haben erst im „Ruhestand“ mit dem Tanzen begonnen und gemeinsam mit ihrer künstlerischen Leiterin vier große Produktionen erfolgreich auf die Bühne gebracht. Was sie zeigen, geht weit über das hinaus, was man normalerweise von alten Menschen zu sehen bekommt, nämlich ein großes, ganz eigenes Ausdruckspotenzial und eine authentische, selbst erarbeitete tänzerische Formensprache, die durch die eigene Biografie inspiriert ist und dem zeitgenössischen Tanz entspringt.

Jungyeon Kim :: Ensemble Barefeet

Im Ensemble Barefeet kommen seit 2012 junge Menschen mit geistiger Behinderung aus dem Rhein-Main Gebiet zusammen. In seinen Produktionen „Eine Art Odyssee“ (2014) und aktuell „SchauSchau“ beschäftigt sich das Ensemble mit gesellschaftlichen und alltäglichen Themen, reflektiert diese in der Lebenswelt seiner Darsteller und bearbeitet sie mit Formen von Zeitgenössischem Tanz und Performance.

Zwoisy Mears-Clarke :: Non-Visual Dance 

Beim nicht-visuellen Tanz ist das Medium des Tanzes nicht die Gestalt des Körpers, sondern die Berührung, die von den Körpern der Tanzenden vermittelt wird. Daher gelangt der Tanz auch in einem nahezu völlig dunklen Raum zur Aufführung.

Jess Curtis :: „The Way You Look (at me) Tonight“ 

Es wird zum einen eine kurze Video-Dokumentation des mit Claire Cunningham und Alva Noë erarbeiteten Stücks vorgestellt. Zum anderen werden unter demselben Titel auch einige Vorgehensweisen zusammengefasst, mit denen Sehbehinderten ein Zugang zu Live-Aufführungen ermöglicht werden soll.

Lysette Camp, Kathryn Rees :: Riverside School

Die Londoner Schule ist auf darstellende Kunst ausgerichtet. In ihr erhalten Schüler mit einem weiten Spektrum verschiedener, auch sehr schwerer Behinderungen regelmäßige Anleitung, damit sie Bewegung und Musik erkunden können. Sie steht dabei in Austausch mit Candoco Dance Company.

Monika Pozek :: International Festival MeetShareDance

Das Festival vernetzt Tänzer, Choreographen und Pädagogen, die in ihrer Tätigkeit das Konzept der Inklusion umsetzen. In seinem Mittelpunkt steht der wechselseitige Austausch von Kenntnissen und Erfahrungen. Auch wenn das Festival sich im Wesentlichen auf zeitgenössischen Tanz bezieht, bleibt es bewusst für andere Zugänge von Tanz und Bewegung offen.

Carolin Hartmann :: Im neuronalen Zusammenhang

Die Referentin, die aufgrund einer Nervenerkrankung im Rollstuhl sitzt und mittlerweile selbst Yoga unterrichtet, stellt ihre eigenen Erfahrungen mit Körperarbeit und Tanz in einen neuronalen Zusammenhang. Sie führt aus, was sie durch die Ganzheitlichkeit von Tanz für sich gewonnen hat.